Ente gut alles gut?

Jeder kennt ja „Alle meine Entchen“, aber meist endet der reale Kenntnisstand so: „Stockenten und ääh…“ Na?
Seht ihr, so war’s bei mir auch, vor drei Jahren war ich in etwa auf dem gleichen Kenntnisstand wie ihr. Aber es gibt hier einige schöne und ausgedehnte Teichgebiete und man merkt schnell, dass dort Entenarten vorkommen, die sehr verschieden aussehen.
Und dann gibt es noch Männchen und Weibchen im Prachtkleid in der Balzzeit und ansonsten in  Schlichtkleider und wenn die vom Schlicht- ins Prachtkleid wechseln gibt es viele Übergänge, ja und zu allem Überfluss kommen dann noch Jungvögel dazu… Weiterlesen

„Kuckuck“ ruft’s…nicht nur im Wald!

Wenn im Frühjahr überall die Vögel singen um ihre Reviere abzugrenzen oder um Partner anzulocken, wie hier ein Baumpieper…
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oder durchs Schilf streifen und knirschend singen wie dieser Teichrohrsänger…
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und vor allem wenn Vögel Nistmaterial eintragen wie diese Mönchsgrasmücke…
DSC_2868.jpgoder eine Bachstelze. 26221364496_a4bf07b387_z.jpgDann schaut sich einer um und um… Weiterlesen

Lieber Raubwürger!

Lieber Raubwürger,

entschuldige bitte, dass ich dich hier direkt anspreche, obwohl ich weiß, dass dir die menschliche Sprache fremd ist und diese Zeilen dir niemals bekannt werden können…
Entschuldige bitte auch, dass ich dich so anspreche, als ob all die Raubwürger, die ich gesehen habe ein einziges Individuum wären, als ob du „DER“ Raubwürger wärst wie „DER Wolf“, den nur Rotkäppchen kennt…
Wofür ich mich nicht entschuldige ist, dass ich dich mit deinem deutschen Namen „Raubwürger“anspreche, der mythisch gefärbt ist weil aus einer Zeit stammend, in der Mythen Wissenslücken füllten. Deshalb finde ich ihn ehrwürdig, aber er ist ornithologisch überkorrekten Menschen ein Dorn im Auge, weil sie ihn für diskriminierend halten. Ich weiß, dass du nicht raubst, sondern töten musst um dich und deine Jungen zu ernähren. (Mit dem Würgen ist das allerdings ne andere Sache, ich komme später darauf zurück…)
Also, von „Raub“ kann man nicht sprechen weil es in deiner Welt kein Eigentum gibt, du in deiner ökologischen Nische niemandem etwas weg nimmst und deshalb menschliche Moralvorstellungen in deiner Welt nichts zu suchen haben. Du bist durchaus bereit zu töten, hauptsächlich Insekten von denen du, wie ich beobachtet habe, vorwiegend lebst. Aber auch einen kleinen Vogel oder eine Maus bringst du ungerührt um wenn sich die Gelegenheit bietet oder wenn du im Winter keine Insekten findest… und du spießt sie sogar auf dornige Zweige, als Vorrat für ganz knappe Tage :
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Kleine Mail, große Wirkung…

Neulich bekam ich von einem Beobachter-Kollegen eine Mail in der er mir schrieb, dass in einem Teichgebiet in dem ich gelegentlich beobachte, das Wasser gefallen ist und deshalb dort Limikolen (Watvögel, die meist am Wattenmeer den Sommer verbringen) auf dem herbstlichen Durchzug zu sehen sein könnten.
Also fuhr ich hin und bekam etwas völlig anderes zu sehen als erwartet:
Mehr als 100 Silberreiher bevölkerten dicht zusammengedrängt an seichten Stellen das Gebiet um dort zu fischen:
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Moorente aktuell & ein kleiner Blick zurück…

Gestern hab ich an Fischteichen, eine viertel Stunde von meinem Wohnort entfernt, eine kleine  Überraschung erlebt.
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Ich war das Gebiet bereits abgegangen und fast am Ende des Rückwegs, als ich einen tiefen Graben entdeckt habe, der mit einem kleinen Steg überbrückt war. Ich konnte am Hinterrand des Grabens langsam und nur so weit hochsteigen bis ich gerade einen Teich überblickte ohne dass die dortigen Wasservögel auf mich aufmerksam wurden und auf Distanz gingen.
Und als erstes hab ich eine Moorente gesehen, ein Männchen, man erkennt das an den hellen Augen, Weibchen haben dunkelbraune. Weiterlesen

Bienenfresser auf die harte Tour…

So weit fahr ich ja äußerst selten, aber ich hatte vor längerer Zeit von nem Orni-Kollegen nen Tipp bekommen, wo man Bienenfresser finden kann. Diese Vögel sind erst in der letzten Zeit etwas weiter nach Norden gekommen um zu brüten und sind wahre Schönheiten, im besten Sinn Exoten, und ich hatt noch nie einen gesehen.
Mein Ziel war gut 2 Stunden Fahrzeit entfernt und ich finds einfach stinklangweilig, in ner Blechkiste zu sitzen und am Rad zu drehen nur damit das graue Straßenband unter einem durchflutscht und man von A nach B kommt. Und wenn du dann nach 200km statt vor der erhofften Idylle vor dem Gitterzaun einer Bauschutt-Deponie stehst, in die immer wieder Schwerlasttransporter reindröhnen um ihren Schutt unter Staubwolken abzukippen trägt das nicht gerade zur erhofften Entspannung bei…
In einem gelben Container gleich hinterm Tor saß ein Deponiewärter vor seinem Handy und zockte vor sich hin.
„Hier gönnse nisch rein“ sagte er ohne hochzugucken. Weiterlesen

Das Beste am Anfang? Niemals! Oder doch?

In Romanen oder Filmen kommt am Schluss das Happy End, im Computerspiel taucht als Höhepunkt das Endmonster auf…. und wie mach ich das nun in meinem Blog?
Mich langsam zu immer besseren und beeindruckenderen Erlebnisstorys vorarbeiten? Meine imposante Entwicklung diskret ansteigend beschreiben um irgendwann mit einer ganz schwindelerregenden Entdeckung zu enden?
Nee, ich hab mir überlegt, ich machs ganz anders: Ich fang mit meiner bisher bewegendsten Beobachtung an, weil die fast ganz am Anfang meiner systematischeren Vogelbeobachtung stand und mich sehr überrascht hat.
Also, an einem frühen Abend im August 2014 bin ich in eine hügelige Agrarlandschaft ganz in der Nähe gefahren, um Mornellregenpfeifer zu suchen.
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Ich hatte von Beobachterkollegen gehört, dass man sie dort erwarten kann weil das Gebiet ein traditioneller Rastplatz auf ihrem Zug in die Überwinterungsgebiete in Afrika ist.

Nebenbei: Rastplätze sind für Zugvögel extrem wichtig, weil sie dort ihre Fettreserven, ihren „Fettbehälter“ vor den Brustmuskeln, auffüllen können um in Langstreckenflügen ihre Endquartiere zu erreichen.

Als ich ankam waren beste Lichtbedingungen und ich hab mit dem Fernglas eine Ackerfläche abgesucht von der ich wusste, dass sie zu den Ansprüchen passt, die Mornells an Rastplätze haben:

  • Freie Sicht nach allen Seiten um Feinde rechtzeitig zu erkennen
  • Keine vertikalen Strukturen wie z.B. auf einem Kartoffelacker
  • Stoppelfelder müssen umgebrochen sein, damit sie strukturell ihren Brutbiotopen in den Höhenlagen Skandinaviens entsprechen

Ja, und kaum hatte ich das Fernglas vorm Auge hab ich sie auch schon gesehen: 17 Vögel (nicht alle auf dem Foto), eine ziemlich hohe Zahl für diese rastende Art:img_1470
Sie haben auf mich den Eindruck von  kleinen Gnomen gemacht, die langsam auf mich zu trippelten wie die Graugnome in Astrid Lindgrens „Ronja die Räubertochter“, aber in ihren schönen Farben und mit ihren großen Augen wirkten sie freundlich und zutraulich.
Und sie kamen immer näher:img_1713Ich hatte damals durchs Okular des Spektivs mit dem Handy fotografiert, nicht ganz  einfach mit der extrem langen Brennweite die mobilen Vögel im Fokus und im Bild zu halten. Aber sie haben mir Zeit gelassen und ich konnte sie ne gute halbe Stunde fast bildfüllend fotografieren während sie sich näherten:img_1605Und sie kamen noch viel näher:img_1683Irgendwann haben sie dann genug von mir gehabt, hatten den Acker leer gepickt, sind abgeflogen und hinter einer Kuppe verschwunden.

Und ich stand ganz benommen in der Abendsonne und war ein glücklicher Mensch!

In den beiden nächsten Jahren hab ich wieder nach ihnen gesucht, aber keinen gesehen obwohl ich besonders 2016 sehr häufig im Gebiet war. Aber dafür hatte ich dort mit anderen Vögeln Glück, davon mehr in einer meiner nächsten VOGELSTORYs!