Wer sucht der findet…

aber nicht unbedingt was er sucht…

In der letzten Zeit war ich sehr häufig auf dem Bleckmarberg, etwa 10 km von hier. Der „Berg“ ist eine hügelige Agrarlandschaft…
_1200149.jpg und dort habe ich Mornellregenpfeifer gesucht. Die brüten in den kargen Berglandschaften Skandinaviens und rasten auf dem Zug in ihre Überwinterungsgebiete manchmal auf dem Bleckmarberg. Ich hatte 2014, als ich noch ganz neu in der Vogelbeobachtung war, das große und wie ich mittlerweile denke einmalige Glück, 17 davon zu beobachten und in bestem Licht zu fotografieren:
IMG_1470.jpgIMG_1683.jpgIMG_1713.jpg Seither habe ich dort noch keinen mehr gehört oder gesehen, obwohl ich in jedem Jahr zur richtigen Zeit, Mitte August bis Mitte September, gesucht habe …
Aber manchmal bekommt man durch die Fixierung auf ein bestimmtes Ziel gar nicht mit, was sozusagen am Wegesrand los ist und das war gar nicht wenig.
Das waren zunächst mal die wunderbaren Lichtverhältnisse dieser Landschaft mit Regenbogen…
DSC_0087.jpgmorgendlichem Nebelbogen…
_1200200.jpgund üppigen Wolken…
DSC_9728.jpgKornweihen kommen jetzt aus dem Norden hierher, hier streift ein Weibchen im typisch niedrigen Suchflug über das Gebiet.
DSC_1060.jpgDSC_1065.jpgKraniche fliegen zu ihren Rast- und Nahrungsplätzen…
DSC_0645.jpgum auf abgeernteten Getreidefeldern nach Nahrung zu suchen:DSC_0464.jpgMornellregenpfeifer aber würden nur auf abgeernteten und umgebrochenen Feldern rasten, weil dies die Struktur ihrer kargen skandinavischen Brutgebiete ist:
DSC_0003.jpgDoch auch andere Vögel bevorzugen solche Gebiete weil die Nahrungssuche hier einfach ist.
Steinschmätzer suchen auf der krümeligen Erde nach Insekten…
DSC_1013.jpgund Große Brachvögel gehen dort herunter…
DSC_9896.jpgstelzen umher,
DSC_9917.jpgstochern unermüdlich mit ihren langen Schnäbeln nach Nahrung…
DSC_9909.jpgund auch Weißstörche legen dort mal eine Rast ein um genügend Reserven für ihren gefährlichen Flug nach Afrika zu sammeln:
DSC_9971.jpgDSC_9973.jpgSchafstelzen gibt es dort sehr zahlreich, manchmal auf Stoppelfeldern…
DSC_9603.jpgund dort habe ich ein einziges Mal Rebhühner gesehen, die mittlerweile äußerst selten geworden sind.
DSC_9665.jpgSchafstelzen aber rasten auch häufig in Rübenfeldern, in denen sie schnell untertauchen können…
DSC_0148.jpgwenn Greife wie diese junge Rohrweihe nach nach ihnen suchen:
DSC_0177.jpgAuch diese neu gekeimte Zwischenfrucht beherbergte Vögel..DSC_0712.jpgdie man aber nur auf dem Durchzug sehen kann und mit denen ich in diesem Jahr erstmals Glück hatte:DSC_0694.jpgEs sind Thunbergschafstelzen, die aus ihren Brutgebieten in Nordskandinavien hierher kommen um zu rasten und Nahrung aufzunehmen.
Während ich sie noch aus großer Entfernung beobachtete…
DSC_0707.jpgkamen aus der Deckung eines Maisfelds eine Rohrweihe und ein Merlin heran geflogen. DSC_0723.jpgDer Merlin zischte über die auffliegenden Schafstelzen weg.. DSC_0725.jpgund ergriff eine davon:
DSC_0732.jpgSpäter hab ich den Merlin noch mal gesehen, einmal entfernt, auf einem umgebrochenen Feld,
DSC_0944.jpgeinmal ganz nah aus dem Autofenster…
DSC_0995.jpgund hab mich natürlich über diese äußerst seltene Gelegenheit sehr gefreut.
Bin mal gespannt was der Bleckmarberg mir in diesem Jahr noch bietet…

 

Kraniche, Singschwäne, Schnee

Heute war ein trüber Tag mit Nieselregen, der die Schneedecke langsam zum Schmelzen  brachte:
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Ich wollte mal nach den Kranichen schauen, von denen sich noch vor zwei Wochen mehr als zweihundert in unsrer Gegend aufgehalten hatten. Aber es waren nur noch wenige hier. Sie hielten sich auf Maisstoppelfeldern auf, wo sie immer noch etwas zum Fressen finden:

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O.k. dachte ich, dann schau ich mal nach, ob die Singschwäne noch vor Ort sind, von denen ein Nachbar berichtet hatte . Aber die entsprechenden Felder waren leer:

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Auch an der Straße, wo sich kürzlich fast zweihundert versammelt hatten, waren nur noch 29 zu sehen: 22 Adulte (Erwachsene) und 7  Jungvögel 2.KJ (2.Kalenderjahr, also vorjährig).
Nachdem ich sie gezählt hatte hab ich ihnen noch eine ganze Weile zugeschaut und war wie immer fasziniert von der Gelassenheit mit der sie sich bewegen. DSC_2620.jpgFriedlich ruht eine Familie, die Jungschwäne sind noch etwas kleiner, dunkler und haben eine zart gelbliche Schnabelfärbung:
DSC_2587.jpgHier sind zwei Jungvögel dabei, die schon einen gelblicheren Schnabel haben und die bereits in ihr weißes Erwachsenenkleid wechseln:
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Immer mal wieder läuft eine Welle von Flügel schlagendem und lautstarkem Balz-Imponiergehabe durch die Gruppe:

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Aber bald ist man wieder entspannt,
DSC_2586.jpgstreckt sich etwas,
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sieht lieber zu dass man etwas Fressbares findet…
DSC_2632.jpgund hält leise Kontakt:

Schönheit fliegt…

„Schönheit ist im Auge des Betrachters“ heißt es etwas platt im Sprichwort. Da ist was dran, aber mir fehlen dabei Hinweise auf das denkende Hirn und die Gefühlswelt, in denen und durch die sich Wahrnehmung abspielt:

Schönheit ist das was wir als schön wahrnehmen und erleben

Das ist meine (natürlich ebenfalls unscharfe) Definition, aber der Begriff von Schönheit ist immer durch individuell-gesellschaftliche Prägung bestimmt und somit nicht universell.
Für mich gibt es, besonders in der Kunst, primär 2 Arten von Schönheit: Die des Morbiden und Bedrohlichen, die immer mit Angst und Tod zu tun hat und die des Lebendigen, Hoffnungsvollen und Zukunftweisenden, letztlich untrennbar aneinander gekoppelt, wie auch das Beispiel der Vogelwelt zeigt:
Sprechen wir von der Schönheit der Vögeln, sollten wir uns darüber klar sein, dass diese das Produkt evolutionärer Kraft ist, dass sie dem unfassbaren Strom des Lebens entstammt. Sie ist zweckgerichtet, weil durch weibliche Zuchtwahl geprägt: In dem was wir als Schönheit, auch im Gesang, wahrnehmen erkennen weibliche Vögel Elemente von Kraft, Mobilität und Gesundheit. Indem sie die ihnen fittesten, am besten balzenden und singenden Männchen, und so deren genetische Ausstattung auswählen, tragen sie dazu bei, die positiven und attraktiven Elemente des Gefieders, der Beweglichkeit und des Gesangs in der nächste Generationen zu verändern und zu verstärken.
Ein weiterer Aspekt:
Für mich ist Schönheit, besonders draußen, in dem Bereich, den wir Natur nennen und der doch meist menschlich-kulturell geprägt ist, immer vom Licht bestimmt, von den Stimmungen der Tages- und Jahreszeiten und damit von diesem Himmelskörper, einer von Milliarden von Sonnen in unsrer Galaxie:
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Ente gut alles gut?

Jeder kennt ja „Alle meine Entchen“, aber meist endet der reale Kenntnisstand so: „Stockenten und ääh…“ Na?
Seht ihr, so war’s bei mir auch, vor drei Jahren war ich in etwa auf dem gleichen Kenntnisstand wie ihr. Aber es gibt hier einige schöne und ausgedehnte Teichgebiete und man merkt schnell, dass dort Entenarten vorkommen, die sehr verschieden aussehen.
Und dann gibt es noch Männchen und Weibchen im Prachtkleid in der Balzzeit und ansonsten in  Schlichtkleider und wenn die vom Schlicht- ins Prachtkleid wechseln gibt es viele Übergänge, ja und zu allem Überfluss kommen dann noch Jungvögel dazu… Weiterlesen

Lieber Raubwürger!

Lieber Raubwürger,

entschuldige bitte, dass ich dich hier direkt anspreche, obwohl ich weiß, dass dir die menschliche Sprache fremd ist und diese Zeilen dir niemals bekannt werden können…
Entschuldige bitte auch, dass ich dich so anspreche, als ob all die Raubwürger, die ich gesehen habe ein einziges Individuum wären, als ob du „DER“ Raubwürger wärst wie „DER Wolf“, den nur Rotkäppchen kennt…
Wofür ich mich nicht entschuldige ist, dass ich dich mit deinem deutschen Namen „Raubwürger“anspreche, der mythisch gefärbt ist weil aus einer Zeit stammend, in der Mythen Wissenslücken füllten. Deshalb finde ich ihn ehrwürdig, aber er ist ornithologisch überkorrekten Menschen ein Dorn im Auge, weil sie ihn für diskriminierend halten. Ich weiß, dass du nicht raubst, sondern töten musst um dich und deine Jungen zu ernähren. (Mit dem Würgen ist das allerdings ne andere Sache, ich komme später darauf zurück…)
Also, von „Raub“ kann man nicht sprechen weil es in deiner Welt kein Eigentum gibt, du in deiner ökologischen Nische niemandem etwas weg nimmst und deshalb menschliche Moralvorstellungen in deiner Welt nichts zu suchen haben. Du bist durchaus bereit zu töten, hauptsächlich Insekten von denen du, wie ich beobachtet habe, vorwiegend lebst. Aber auch einen kleinen Vogel oder eine Maus bringst du ungerührt um wenn sich die Gelegenheit bietet oder wenn du im Winter keine Insekten findest… und du spießt sie sogar auf dornige Zweige, als Vorrat für ganz knappe Tage :
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