Das Beste am Anfang? Niemals! Oder doch?

In Romanen oder Filmen kommt am Schluss das Happy End, im Computerspiel taucht als Höhepunkt das Endmonster auf…. und wie mach ich das nun in meinem Blog?
Mich langsam zu immer besseren und beeindruckenderen Erlebnisstorys vorarbeiten? Meine imposante Entwicklung diskret ansteigend beschreiben um irgendwann mit einer ganz schwindelerregenden Entdeckung zu enden?
Nee, ich hab mir überlegt, ich machs ganz anders: Ich fang mit meiner bisher bewegendsten Beobachtung an, weil die fast ganz am Anfang meiner systematischeren Vogelbeobachtung stand und mich sehr überrascht hat.
Also, an einem frühen Abend im August 2014 bin ich in eine hügelige Agrarlandschaft ganz in der Nähe gefahren, um Mornellregenpfeifer zu suchen.
P1180889.jpg
Ich hatte von Beobachterkollegen gehört, dass man sie dort erwarten kann weil das Gebiet ein traditioneller Rastplatz auf ihrem Zug in die Überwinterungsgebiete in Afrika ist.

Nebenbei: Rastplätze sind für Zugvögel extrem wichtig, weil sie dort ihre Fettreserven, ihren „Fettbehälter“ vor den Brustmuskeln, auffüllen können um in Langstreckenflügen ihre Endquartiere zu erreichen.

Als ich ankam waren beste Lichtbedingungen und ich hab mit dem Fernglas eine Ackerfläche abgesucht von der ich wusste, dass sie zu den Ansprüchen passt, die Mornells an Rastplätze haben:

  • Freie Sicht nach allen Seiten um Feinde rechtzeitig zu erkennen
  • Keine vertikalen Strukturen wie z.B. auf einem Kartoffelacker
  • Stoppelfelder müssen umgebrochen sein, damit sie strukturell ihren Brutbiotopen in den Höhenlagen Skandinaviens entsprechen

Ja, und kaum hatte ich das Fernglas vorm Auge hab ich sie auch schon gesehen: 17 Vögel (nicht alle auf dem Foto), eine ziemlich hohe Zahl für diese rastende Art:img_1470
Sie haben auf mich den Eindruck von  kleinen Gnomen gemacht, die langsam auf mich zu trippelten wie die Graugnome in Astrid Lindgrens „Ronja die Räubertochter“, aber in ihren schönen Farben und mit ihren großen Augen wirkten sie freundlich und zutraulich.
Und sie kamen immer näher:img_1713Ich hatte damals durchs Okular des Spektivs mit dem Handy fotografiert, nicht ganz  einfach mit der extrem langen Brennweite die mobilen Vögel im Fokus und im Bild zu halten. Aber sie haben mir Zeit gelassen und ich konnte sie ne gute halbe Stunde fast bildfüllend fotografieren während sie sich näherten:img_1605Und sie kamen noch viel näher:img_1683Irgendwann haben sie dann genug von mir gehabt, hatten den Acker leer gepickt, sind abgeflogen und hinter einer Kuppe verschwunden.

Und ich stand ganz benommen in der Abendsonne und war ein glücklicher Mensch!

In den beiden nächsten Jahren hab ich wieder nach ihnen gesucht, aber keinen gesehen obwohl ich besonders 2016 sehr häufig im Gebiet war. Aber dafür hatte ich dort mit anderen Vögeln Glück, davon mehr in einer meiner nächsten VOGELSTORYs!

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